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Depeche Mode -- Martin Stories
Martin über sich (Seite 2)
Es war so um diese Zeit, so mit 13, als ich zum ersten Mal das Stück "Donna" von "10 CC" hörte. Ein Freund brachte mir ein paar Gitarrengriffe bei und wir fingen an, selber Songs zu schreiben. Natürlich waren sie äußerst beschissen, aber damals waren wir stolz auf sie. Zu der Zeit hatte ich nicht viel Idole; der einzige, der mich einigermaßen interessierte, war Gary Glitter. Sein Song "Baby please don't go", den ich im nachhinein auch scheußlich finde, war es dann auch, der in mir den Wusch entfachte Popstar zu werden. Ich weiß noch genau, wie ich damals vor dem Spiegel stand und ihn nachahmte. Nach einer langenBryan Ferry - Phase, in der ich mir mein Zimmer mit seinen Bildern tapezierte, erlosch meine Interesse für diese Art von Popmusik. Der einzige heutige Popstar für mich ist Jonathan Richman, weil er so eine enge Beziehung zu seinem Publikum hat.( ... )zu dieser Zeit litt ich ganz schön unter meinem spießigen Aussehen. Ich war schon 17, als ich das erste mal auf ein Konzert ging und das, obwohl Basildon nur eine halbe Zugstunde von London entfernt ist. Nachdem ich in Französisch und Deutsch meinen Abschluß gemacht hatte, stand ich vor der schwierigen Entscheidung, was ich in der Zukunft machen sollte. Ich hatte absolut keinen Bock, zur Universität zu gehen, im Gegenteil: ich wollte auf keinen fall die Schule verlassen, weil ich mich dort irgendwie sicher fühlte. Doch dann kam der Bankjob, mein erster Job, die Arbeit war ziemlich stumpfsinnig, aber da es mir zu der Zeit an Phantasie fehlte, war es die einzige Alternative für mich. Mein Traumberuf als Dolmetscher blieb somit unerfüllt. Während dieser ganzen Zeit schrieb ich aber weiter Songs und sparte mir 200 Pfund für meinen ersten Yamaha Synthesizer. Dann fing alles mit Andy und Vince an. Vince wohnte in der Nähe und Andy kannte ich vom Kirchenchor. Dort ging ich allerdings nur als Beobachter hin, obwohl Andy dachte, er könnte mich irgendwie bekehren. Robert Marlow war unserer Tonmeister. Wir nannten uns damals "Composition of Sound". Den Namen Depeche Mode entdeckte David, der sich für Modedesign interessierte, erst viel später. Je mehr wir mit der Popwelt zu tun bekamen, um so mehr änderte ich mich. War ich anfangs noch der ruhige, introvertierte, gewissenhafte, langhaarige Hippie, wie jeder andere, so erkannte ich mit der Zeit, daß ich Dinge machen konnte, die auch anderen Leute gefielen.( ... )ich kaufte meine erste Lederjacke als ich 18 war.
Stories
(c)Oona Baur 2001