Alan über sich (Seite 3)
Ich habe Spaß am photographieren als Hobby und ich habe eine Videokamera, die ich während der Tournee benutze, um das zu dokumentieren, was wir so alles tun. Es ist lustig, sich selbst aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ich fühle mich nicht wie ein Popstar, obwohl ich von dem Druck in der Öffentlichkeit weiß. Nach der Definition sind wir Popstars, aber wer weiß schon, was das genau heißt. Die Studioarbeiten interessieren mich mehr als Liveauftritte, welches hauptsächlich eine lautere Reproduktion der Plattenversionen sind.
Wir sind keine improvisierende Band. Dave weiß, was er bei einem Auftritt machen muß, weil er gelernt hat, wie man einen Act am Besten ausführt. Er macht es hervorragend, besonders wenn er gut gelaunt ist. Er ist auch sehr lautstark, er macht es so, wie man es von einem Rockstar verlangt. In unseren Anfangsjahren standen wir nur in einer reihe und spielten. Wenn ich mir Vince's Songs anhöre, bemerke ich, dass er sie nach Blues und klassischen Heavy Metal - Schemata aufbaut. unsere Musik ist nicht so politisch wie manche Leute es meinen, wir sind auch nicht nur an elektronischer Musik interessiert. Ich mag deutsche Gruppen -D.A.F., Kraftwerk, Tangerine Dream, aber ich stehe nicht auf die Howard Jones Methode, wo alles sehr schön klingt, aber zu einfach und gewohnt ist. Bei einem Depeche Mode Song ist das erste, was wir beschließen, die Atmosphäre. Danach fugen wir Probesounds hinzu. Das kann alles mögliche sein. Kieselsteine in einer Dose oder Industriegeräusche, wobei wir Ölkanister, Beton und so etwas benutzen. All die Technologie, die wir benutzen, beruht auf Computer, aber unsere Interesse liegt darin, auszuprobieren, was man damit alles machen kann. es gibt keinen Grund, ängstlich vor Computertechnologie zu sein. Leute machen Technologie schuldig dafür, dass die Musik steril klingt, aber das ist der totale Schwachsinn. Es fuhrt zu guten Ideen. Wir nehmen im Hansastudio, West Berlin, auf, weil es ideal ist für das, was wir brauchen. Es wurde immer populärer, seitdem wir da sind. Es war ein leerer, vierstöckiger Block von Studios - nun gehen sogar Killing Joke und David Sylvian dorthin! Alles ist computermäßig ausgestattet, das ist es auch worauf wir vertrauen. Es ist eine gute Arbeitsatmosphäre dort in der Innenstadt, Martin lebt in der Nähe, in der Heerstraße.(Anmerkung: heute lebt natürlich nicht mehr dort!); es gibt viel zu tun in Berlin. Wenn du mit der Arbeit um 4.00 a.m. fertig bist, fühlst du dich nie danach ins Bett zu gehen und so gehst du schließlich in eine Bar oder in einen Club. DNC ist das beste, da gibt es einige an guten Clubs, Corelles ist ganz gut, "The jungle"...wir werden nicht belästigt, wenn wir in Berlin ausgehen. Wir sind noch immer eine "faceless band". Ich glaube, das ist auch gut so.
...Teile dieses Interviews, wie übrigends auch des der anderen finden sich in Jürgen Seibold's Depeche Mode von 1990 wieder. Obiges hab ich aus Kai Braun's "All about the Bas Bond", Mai 1986.
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